Unpacking, Teil 2

Am 25.September war es dann endlich soweit: Die Schülerinnen und Schüler bekamen ihre Tablets frisch und original verpackt ausgehändigt. Wie man sich vorstellen kann, war die Aufregung im Klassenzimmer spürbar und höchst ansteckend. In den folgenden Tagen gab es eine Menge Schwierigkeiten, wie es sich für ein nagelneu aus der Taufe gehobenes Pilotprojekt gehört. Die wichtigsten Baustellen der ersten Tage im Überblick:

1.Das Internet war auch in der zweiten Schulwoche noch nicht aktiviert. Wir Lehrer opferten unsere kostbaren Freiminuten auf den Handys und aktivierten persönliche Hotspots. Aber das hielt auch nur etwa 10 Schüler lang.

Lektion daraus: Niemals glauben, wenn Internetanbieter einen Termin vorgeben. Nachbohren!

2. Die Schülerinnen und Schüler mussten einen iTunes-Account erstellen. Probleme: Sie hatten keine E-Mailadresse oder wussten ihre Passwörter nicht. Andere hatten schon einen Account und hatten dazu alle Daten vergessen.

Lektion daraus: Schüler rechtzeitig und verbindlich auffordern, ihre Daten zuhause zu notieren, damit sie im entscheidenden Moment griffbereit sind.

3. Die Schülerinnen und Schüler wurden ermuntert, ihre Tablets mit persönlichem Pin zu schützen. Selbstverständlich hatten 4 Schüler diesen Pin am nächsten Tag bereits vergessen.

Lektion daraus: Hm, schwierig. Alle Pins zu notieren verstößt wohl gegen den Datenschutz. Schüler auffordern, den Pin zu notieren und diese Notiz den Eltern/dem besten Freund zu geben?

4. Die Schülerinnen und Schüler müssen erst ganz behutsam daran gewöhnt werden, dass das iPad tatsächlich zum Arbeiten verwendet werden soll, nicht zum Spielen. Manche reagieren geradezu empört, wenn sie nicht Fotos schießen oder ihre täglichen Aufgaben in diversen Minispielchen erledigen dürfen. Schließlich ginge das doch ganz schnell.

Lektion daraus: Möglichst bald in Absprache mit der Klasse sehr klare Regeln einführen. Großes Poster aufhängen. Mit Kollegen absprechen und konsequent einhalten.

Doch es muss auch gesagt werden, dass die Motivation bei den Schülern gigantisch hoch ist. Ebenso hoch ist die Motivation der Schüler aus anderen Klassen, mal „kurz“ ins iPad-Klassenzimmer zu kommen. Daraus folgt eine inoffizielle Lektion 5: Immer sicherstellen, dass das iPadzimmer abgeschlossen oder beaufsichtigt ist.

Unpacking, Teil 1

Puh, Fotofinish! Gerade noch rechtzeitig vor den Ferien kamen die neuen Endgeräte an. Es war gar nicht so leicht, sie sicher zu verstauen. Auch skeptische Lehrer bekamen leuchtende Augen angesichts der nett verpackten Tablets. Für einige Kollegen wurde schnell eine Art „Ferienleihe“ eingerichtet, damit sie die Gelegenheit haben, sich schon vorab einzuarbeiten.
Nach den Ferien werden dann die zweifellos zahlreich vorhandenen technischen Probleme im Umgang mit dem Internet und dem lokalen Server angegangen. Es bleibt – wie immer – spannend!

Und hier noch ein paar Impressionen vom ersten Unpacking!

 

Nutzungsbedingungen

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. An alle Eltern der künftigen siebten Klassen (BWR-Zweig) gingen vergangene Woche Rundschreiben raus, die unser Projekt vorstellen und den Eltern die Möglichkeit geben, ihr Kind für diese Klasse an- bzw. abzumelden. Bisher kam ausnahmslos positives Feedback. Wie erwartet ist es vor allem die Tatsache, dass die Schule die Endgeräte stellt, die vielen Eltern die Hemmungen zu nehmen scheint. Das ist natürlich zunächst sehr positiv. Schon jetzt haben wir mehr Schüler als Platz in der Klasse ist, sodass wir um das Losen nicht herumkommen werden…

Damit später die Nutzung und der Alltag mit den Geräten möglichst reibungslos verläuft, ist es natürlich notwendig, einige Spielregeln aufzustellen. Schlauere und juristisch besser ausgebildete Köpfe haben sich hierzu Gedanken gemacht und nun dieses Dokument zusammengestellt, das von dem jeweiligen Schüler bzw. der Schülerin und einem Erziehungsberechtigten gemeinsam unterzeichnet werden muss, bevor das iPad über den Tisch geht.

Hier ist die Datei als PDF zu finden: PI_FNR_Tablet_Nutzungsordnung

Kürzestgeschichten erzählen mit Tellagami

Tellagami ist eine App, mit deren Hilfe Schüler eine selbst erstellte Figur vor verschiedenen Hintergründen erzählen lassen können. Der Reiz für den Unterricht besteht neben der multimedialen Aufbereitung vor allem darin, dass die Schüler nicht selbst reden, was gerade scheuen Jugendlichen zugute kommt, und darin, dass die einzelnen Videos nicht länger als 30 Sekunden sein können, was also eine Kürzung des Materials bedeutet. Eine Sache, die vielen Schülern nicht gerade leicht fällt.
Die Schüler können dabei die Figur mit allerlei Frisuren, Kleidung und anderen Kinkerlitzchen ausstaffieren. Hintergründe werden von der App gestellt, es ist jedoch auch möglich, einen eigenen Hintergrund aus dem Fotoarchiv zu verwenden. Somit eignet sich die App vor allem für den Sprachunterricht.
In Deutsch:
– Charakterisierung
– Gedichte
– Kurzerzählungen
– Schüler erzählen über sich
– Konflikte
– eigene Nachrichtensendung
– kurze Inhaltsangaben erstellen

In Englisch:
– wichtige historische Persönlichkeiten vorstellen
– Schüler erzählen über sich auf englisch
– Kurznachrichten
– kleine Rollenspiele
– Perspektive einer anderen Figur einnehmen
– Interviews

Bestimmt gibt es noch mehr. Die App ist kostenlos, gegen Bares gibt es noch mehr Kostüme und Accessoires.
Fazit: Unbedingt ausprobieren!

Projektvorbereitungen

Die Präsentation vor den Kollegen ist vorüber und das Projekt wurde im Kollegium wohlwollend angenommen. Um eine Fußball-Metapher einzubringen: Der Ball ist jetzt im Feld der Kollegen, denn wer in der iPad-Klasse mitmischen will, muss sich asap bei unserem Konrektor und Stundenplaner melden. Je mehr Kollegen er hat, desto besser kann er das neue Jahr planen.

Mittlerweile sind auch die ersten Pakete angekommen und wurden ausgepackt. Jetzt haben wir bereits Stative der Marke K&M. Die Stative sind robust gebaut und einfach zu bedienen. Das ist enorm wichtig für den Alltag. Das Tablet wird von den 3 Eckgreifern sehr gut gehalten und kann problemlos um 90° gedreht werden. Leider funktioniert das nur mit iPads ohne Hülle – schon bei ein wenig mehr Masse schnappt das Gerät einfach nicht mehr ein. Dennoch – für den Alltag sehr gut zu gebrauchen, vor allem bei Vorträgen und Filmprojekten.
Zur Beschallung kann Kollege Wiegl hoffentlich bald etwas schreiben. Zu guter Letzt sind auch die Router und einige Apple TV-Sets eingetroffen. Bei letzterem haben wir sparsam eingekauft in Hinblick auf die internationale Gerüchteküche, die besagt, dass im September vermutlich eine neue Version mit neuen Funktionen auf den Markt kommen soll. Das Problem: Router und Apple TV benötigen für vernünftige Tests etwas, das wir noch nicht haben: Vernünftiges W-LAN. Hier müssen wir uns noch ein wenig gedulden.

Und so beginnt es…

Am Dienstag, den 3.6. ist es voraussichtlich soweit: Im Rahmen einer Konferenz wird erstmals vorgestellt, wie wir uns das Projekt im nächsten Jahr vorstellen. Dann notieren wir uns die Namen der Lehrer, die gerne mitmachen wollen. Natürlich haben Simon und ich schon ein wenig vorgefühlt und wissen, dass es einige Kolleginnen und Kollegen gibt, die Interesse haben. Erste Fragen werden notiert (nicht geklärt, das würde zweifellos den Rahmen der Konferenz sprengen) und das, was kommen soll, wird allen hoffentlich schmackhaft gemacht. Währenddessen klären die wunderbar eifrigen Kolleginnen und Kollegen vom PI München noch letzte rechtliche Fragen. Und dann könnten schon allmählich die ersten Pakete mit Material unsere Schule erreichen. Geplant sind etwas über 40 Tablets, sowie einiges an Zusatzmaterial. Es wird spannend!

Popplet Logo

Popplet – schnell und stylisch

Mit der Brainstorming-App „Popplet“ können mühelos Ideen, Vorschläge, Arbeitsschritte, Vokabeln oder Begriffe gesammelt, sortiert und umstrukturiert werden. Auch Fotos und Zeichnungen lassen sich einbinden. Als i-Tüpfelchen jedoch können Schülerinnen und Schüler auch gemeinsam an einer Mindmap arbeiten – jeder auf dem eigenen iPad. Diesbezüglich ist mein Wissen derzeit leider noch theoretisch.

Popplet ist in zwei Versionen im AppStore zu finden:

Popplet lite (kostenlos, auf ein Projekt beschränkt)
Popplet (Vollversion, 4,49€)

Und hier ein Youtube-Video, das die Vorzüge der App kurz und knapp vorstellt:

http://youtu.be/aXw59G_gR58